Steemit-Überlegungen vom 18.01.2020: Wird es Steemit 2020 "schaffen"? (Teil 2: Persönlich)

지난달

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Vor zwei Tagen habe ich die Frage gestellt, ob es allgemeine Indikatoren geben könnte, die darauf hinweisen, dass Steemit es 2020 "schaffen" wird, heute geht es um mögliche persönliche Maßstäbe.

Es macht Spaß

Ja, Spaß macht es definitiv, das ist völlig klar. Noch dazu ist es kostenlos.

Man bekommt Reichweite

Ja, auch das stimmt, wobei es natürlich schwer zu messen ist, denn man sieht ja nur die Votes und nicht die Seitenzugriffe. Davon abgesehen, kann es ja auch sein, dass Leute einem ein Upvote in der Vorschau geben, ohne den Post überhaupt zu lesen. Gut, das passiert bei Facebook natürlich auch - oder ist vielleicht sogar die Regel. Bei Facebook habe ich bei Postings auf meiner Seite aber genaue Statistiken. Auf dem privaten Facebook-Profil natürlich gar nicht. Wenn ich mir aber so ansehe, wie viele Votes die Posts, die ich über TravelFeed mache erhalte, so ist das wirklich beachtlich. Diese Posts sind zumeist englische Übersetzungen von Beiträgen auf meiner Website. Dort habe im Schnitt wohl so ca. 100 Zugriffe auf einen Beitrag - den ich meistens aber in so ca. 5-10 Facebook-Gruppen bewerbe.

Man bekommt Inspiration

Ja, und das im ursprünglichen Sinne - und nicht im Sinne der Influencer auf Instagram, die Inspiration mit Kaufimpuls verwechseln.

Man findet alte Freunde wieder

So war es bei mir auf SMS.at, auf uboot.com, auf XING (damals noch "OpenBC"), auf MySpace, auf StudiVZ, auf Facebook, auf LinkedIn, auf Instagram, auf Google+ und so weiter: Ich melde mich auf einer neuen Plattform an, mache mich auf die Suche nach (alten) Bekannten und finde gleich einmal 10, 20, 30 oder noch mehr. Auf Steemit habe ich nach über 3 Monaten noch niemanden getroffen, den ich bereits zuvor persönlich oder auch nur über Internet gekannt habe. Tatsächlich, niemanden!!!!! Für mich alten Social Media-Hasen ein absolutes Novum!

Man lernt neue Leute kennen

Definitiv, ich folge hier einigen interessanten Leuten aus aller Welt und es gibt einige Leute, auf deren neue Posts ich mich immer wieder freue. Wenn ich nicht gerade in einer Lebensphase wäre, in der Familie und Beruf absoluten Vorrang haben, würde ich sicherlich auch die Zeit für Treffen mit Steemians, Steemcamps oder Ähnliches finden.

Schreiben zahlt sich wirtschaftlich aus

Es mag zwar Beiträge gegeben haben, die dem Autor über 10.000 US-Dollar eingebracht haben, aber davon sind die meisten sehr weit entfernt und ich selbst auch. Deutschsprachige Posts bekommen so ca. 1-2 Dollar, aber natürlich bekommen die Kuratoren davon die Hälfte, also bleiben mir vielleicht 50 Cent. Damit es sich für mich als Österreicher "auszahlt" müsste schon so ungefähr das Hundertfache rausspringen. Englischsprachige Beiträge, die ich auf TravelFeed über meine Wanderungen schreibe, bringen so ca. 10 bis 30 US-Dollar, also im Schnitt bleiben dann wohl so 5 Euro für mich. Bei diesen Beiträgen habe ich jedoch einen wesentlich höheren Zeitaufwand, für die Bearbeitung der Bilder brauche ich mindestens 2-3 Stunden und eine Wanderung muss ja auch erst einmal geplant und dann gemacht werden. Hier ist aber natürlich wirklich schwer zu sagen, was jetzt als "Arbeitszeit" gelten könnte.

Wie auch immer: Damit es sich wirtschaftlich auszahlt müsste entweder der Steem-Kurs auf das hundertfache steigen oder ich bräuchte halt das hundertfache an Upvotes. Mit deutschsprachigen Artikeln wird aber vor allem letzteres noch lange nicht zu erreichen sein.

Wobei das alles aber natürlich aus der Sicht eines Menschen aus dem reichen Österreich ist. 58% der Einwohner Burundis haben weniger als 1 Dollar pro Tag. Andersrum: Wer in Burundi lebt kann mit zwei Artikeln pro Tag schon ein überdurchschnittliches Einkommen erzielen.

Ich kann davon gut leben

Wenn es sich wirtschaftlich nicht auszahlt, kann man natürlich auch nicht davon leben, das ist ja klar. Aber rechnen wir einmal nach: Mehr als 5 (sinnvolle) Posts kann wohl niemand über einen längeren Zeitraum tagtäglich schreiben, schließlich muss man ja auch noch recherchieren, fotografieren, Graphiken erstellen oder was auch immer. Um halbwegs gut leben zu können muss man schon einen Tagesumsatz von mindestens 500 Euro rechnen (ich weiß, dass viele Selbständige von weniger leben), das wären dann 100 Euro pro Post, also müssten bei jedem Post dann bei der "Abrechnung" nach einer Woche so ca. 240 US-Dollar stehen. Im Durchschnitt! Mein Rekord liegt gerade einmal bei so ca. 50 US-Dollar, das war aber mein persönlicher Rekord, den ich mit einem englischsprachigen Post erreicht habe und nicht der Durchschnitt meiner deutschsprachigen Posts! Dass so etwas mit deutschsprachigen Posts zu erreichen ist, halte ich für derzeit absolut unmöglich.

Zusammenfassung

Steemit ist meilenweit davon entfernt, dass sich Steemit für mich wirtschaftlich auszahlt, aber was soll's! Es macht mir Spaß, ich finde Inspiration, ich lerne (wenn bislang auch nur "virtuell") neue Leute kennen, sehe schöne Fotos und lese interessante Posts und - hey, das ganze ist gratis und pro Monat läppern sich schon so 30-60 Euro zusammen, was ich von Facebook & Co. nicht behaupten kann. In diesem Sinne werde ich natürlich weitermachen und freue mich auf Euer Feedback und Eure Beiträge!

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