Buddha wohnt jetzt in einem Koffer

10개월 전

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und niemand kann sagen, ob jemals wieder eine Kerze und ein Räucherstäbchen für ihn angezündet wird.

Auf Urlaub in Deutschland

Seit gut zwei Wochen bin ich wieder in Deutschland und damit drei Wochen zu früh. Eigentlich wollte ich erst am kommenden Wochenende fliegen und 6 Wochen hier bleiben, den Geburtstag meines Vaters erleben und danach den Sommer auf den Philippinen verbringen. Aber mein Ticket wurde gecancelt, besser gesagt, die Fluggesellschaft hat den Betrieb eingestellt.

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So bin ich mit einem Flieger der Rückführungsaktion nach Deutschland geflogen, dem letzten aus Bangkok. Es war eine der seltsamsten Reisen, die ich jemals hatte.
In Phuket, unterwegs zum Flug nach Bangkok, den einen Tag vorher antreten musste, weil es nur einen Flug pro Tag gab, bevor am nächsten Tag der Airport komplett geschlossen wurde und somit ganz Phuket abgeriegelt war, fühlte sich noch alles ziemlich normal an.
Ich war beschäftigt, habe meine Wohnung aufgelöst, das meiste weggeworfen, ein paar Dinge in einen Koffer gepackt und bei einem Freund eingelagert, ein paar Leuten auf Wiedersehen gesagt und alles Gute gewünscht, was man eben so macht, wenn man ein paar Monate weg ist. Auch der Streß mit dem Passierschein, den ich nicht ausgedruckt hatte war letztendlich keiner. An keinem der Checkpoints zwischen den Gemeinden auf Phuket wurde mein Taxi angehalten: dies lag wohl daran, dass Phuket keine Polizei hatte, sie zu besetzen, Thailand eben.

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Ungewöhnlich war nur , dass mir meine Vermieterin angeboten hat, dass ich meine Sachen mietfrei in der Wohnung lassen könnte, weil es in den nächsten sowieso keine anderen Mieter geben würde. Ich habe es ausgeschlagen, weil ich davon ausgehe, dass die Mieten fallen werden und ich nicht weiß, ob ich nochmal in dieser Gegend leben werde.

Am Airport selbst dann wurde es surrealer, erster Sicherheitscheck schon unmittelbar nach dem Eingang, auf der Abflugstafel alle Flüge bis auf zwei gecancelt, bis auf einen alle Schalter und selbst die halbe Halle ohne Licht. Beim Check-in dann wieder Vertrautes. Den Koffer hatte ich ungefähr vorgabenkonform mit 20 Kilo bestückt, allerdings war man Handgepäck, mein Rucksack, genauso schwer und nicht nur die erlaubten 7 Kilo. Also grade halten und Schultern anspannen, wie bei jedem Flug halt. Irgendjemand von der Fluggesellschaft wollte noch Telnummer und email haben und ein paar Mädels vom Airportstaff halfen bei der Installation der Tracking-App ohne die der Flug verweigert wurde.
In Bangkok war es ähnlich, wie in Phuket waren die Straßen noch belebt wie sonst auch, aber der Airport selbst menschenleer. Nur der Check-in der Bundesregierung war offen, ansonsten leere Gänge und geschlossene Schalter.

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Etwas eindringlicher wird einem diese Situation bewusst, wenn man dann den Transitbereich erreicht hat. Die meisten der Luxusshops waren nicht nur geschlossen, sondern gleich komplett geräumt. Und das nur weil 4 Wochen geschlossen ist?

Covid-19 muss für alles herhalten

In Frankfurt angekommen, dasselbe Bild, alles geschlossen, selbst die Automaten waren wirderwillig im Service, erst die dritte Kreditkarte funktionierte. Anschlussflüge waren für niemand zu haben und mir taten die Spanier auf ihrem Weg nach Madrid ein bisschen leid. Ich hatte die Wahl mit einem Taxi weiter zu reisen für 400Euro oder eine weitere Nacht unterwegs zu sein.

Kontrollen gab es auf deutschem Boden überhaupt keine, da verließen sich die deutschen Beamten ganz auf die thailändische Gründlichkeit. Aber wir, die wir 12 Stunden zu 300 in einem Flugzeug gesessen hatten, durften dieses nur in Gruppen von 20 in Frankfurt verlassen (wegen Covid-19) . Masken hatte keiner der Bodencrew oder der Polizisten auf, aber sonst war es nicht so fremd. In Thailand sieht man wegen der Masken das berühmte Lächeln nicht mehr, in Deutschland ist es seit jeher unbekannt.

Nachts halb eins war die Reise dann erstmal vorbei, vom Leipziger Hauptbahnhof ging vor 05.00 nichts mehr in meine Richtung. Aber das war auch nicht so schlimm, ich hatte nette Unterhaltung, mit der man über geschlossene Schnellrestaurantketten (wegen Covid-19), geschlossene Warteräume (wegen Covid-19) und geschlossene Toiletten (wegen Covid-19) lästern konnte. Die Warenautomaten waren wie erwartet ohne Funktion oder verlangten einen bestimmten Geldschein, den man nach einem Auslandsaufenthalt natürlich nicht hat. Deutschland halt.

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Aber so ein Virus hat auch Vorteile, die Junkies haben sich verzogen, wahrscheinlich weil ihnen zu kalt war und so hatten wir Zeit mit der Polizei zu verhandeln, ob sie uns nicht für ein paar Stunden verhaften können, nur zum Duschen und auf einen Kaffee in einer geheizten Stube. Aber wir konnten leider keine Einigung finden und so bewässerten wir auf Anraten dieser Beamten den nahegelegenen Park.
Ein paar Stunden später bin ich dann auch angekommen, im Haus meiner Eltern, meinem Zu Hause für die Covid-19 Zeit.

Die Frage ist nun, womit vertreibe ich mir die Zeit in Deutschland?

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"geschlossene Toiletten (wegen Covid-19)"
Soviel zum Thema "häufiges Händewaschen"...

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Darauf wird es wohl hinauslaufen.